Der Feind auf meinem Teller – oder: 4 Wochen vegan leben, Teil 2

Allgemein Die jungen Alten Gesundheit, meine Liebe! Mann, wie geht's Dir?

Jeden durchgehaltenen Tag streiche ich abends mit einem fetten grünen Kreuz in meinem Kalender durch. Mittlerweile sind es 14. Was ist in der letzten Woche passiert, seit ich mich vegan ernähre?

Der Feind auf meinem Teller

Eines hat sich schnell herauskristallisiert: Ich habe kein Problem ohne Fleisch, sondern eines mit Soja. Gäbe es nur diesen pflanzlichen Eiweiß-Lieferanten, könnte ich direkt einpacken. Ich mag weder Geschmack, noch Konsistenz, unabhängig ob als Milch, Joghurt, Frischeprodukt oder Granulat. (Wer jetzt ein leckeres Rezept kennt: gerne her damit! Ich bin leidensfähig und probiere es aus.) Nur als Soja-Soße zum Sushi kann ich das Zeug pur löffeln. Zum Glück finde ich in den meisten Fällen aber tolle Alternativen, etwa Macadamia-Milch für meinen Kaffee, Kokos-Joghurt und unfassbar leckere Brotaufstriche aus Lupinen oder auf Mandelbasis. Was nach wie vor gar nicht geht, sind Käse-Alternativen oder Wurst-Imitate in Ocker-Farben und Beige-Tönen, die einem praktischerweise direkt den Appetit verderben.

Hallo Lupine! Dieser köstliche Brotaufstrich nimmt es mit jedem Frischkäse auf*

Metamorphose eines Kühlschranks

Was mir dagegen gefällt ist, wie sich unser Kühlschrank verändert. Wenn ich ihn öffne, leuchtet es aus allen Fächern: gelbe Paprikas, knallgrüne Zucchinis und orange Möhren drängen sich dicht aneinander. Und langsam verschwinden die Milchflaschen und Joghurt-Gläser. Mittlerweile wollen wir alle eine gewisse Zeit auf Kuhmilch verzichten. Denn immer häufiger stellen Ernährungswissenschaftler und Ärzte in Frage, ob Milch tatsächlich so gut für unsere Gesundheit ist oder eher der Grund für zahllose Erkrankungen. Eine schwedische Studie deutet zum Beispiel darauf hin, dass ein erhöhter Milchkonsum bei Frauen möglicherweise das Fraktur- und Mortalitätsrisiko steigert.

Vegan: Gesund oder lebensgefährlich?

Passend dazu merke ich, dass vieles zum Thema pflanzenbasierte Kost nach wie vor auf Vorurteilen und Mythen beruht. Hier die Top-3:

  1. Vegane Ernährung ist teuer

    Stimmt nicht zwingend. Hülsenfrüchte und Getreide als Fleisch-Alternative sind nicht nur günstiger, sondern mengenmäßig auch ergiebiger.

  2. Vegane Ernährung ist kompliziert

    Falsch. Zumindest wenn man etwas Lust auf Veränderung hat und sich darauf einlässt. Denn erstens sind viel mehr Produkte vegan als man auf den ersten Blick meint und zweitens wird der Markt mit tierfreien (Convenience)-Produkten überschwemmt. Diese sind vielleicht nicht täglich zu empfehlen, weil sie häufig Zucker oder Zusatzstoffe enthalten, können aber zwischendurch eine Notlösung sein.

  3. Vegane Ernährung ist einseitig

    Total falsch. Wer auf eine ausgewogene Kost mit vielen pflanzlichen Eiweiß-Lieferanten achtet, sowie ein Vitamin B12-Produkt supplementiert, ist in den Punkten Vitaminen und Mineralstoffen oft sogar besser versorgt als Mischköstler, zum Beispiel bei Folat und Vitamin C.

Was mich trotz meiner positiven Grundstimmung trotzdem richtig nervt, und was ich vermisse, erfährst du nächste Woche Montag. Bis dahin freue ich mich sehr über deine Kommentare, Anregungen, Tipps und Rezepte.  

Und falls du nachlesen möchtest, wie die erste Woche verlaufen ist, findest du den Artikel übrigens hier.

* Wichtig: Ich zeige oder empfehle in meinen Artikeln nur Produkte, die ich mag. Dabei handelt es sich nicht um Werbung oder bezahlte Kooperationen.

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