Macht Low-Carb-Ernährung gleichgültig?

Allgemein Die jungen Alten Gesundheit, meine Liebe! Mann, wie geht's Dir?

Du bist, was du isst. Dass unsere Ernährung einen direkten Einfluss auf unsere Gesundheit hat, ist mittlerweile bekannt. Verändert die Zusammensetzung unserer Mahlzeiten aber sogar unser Handeln? Ja, sagt ein Wissenschaftler-Team der Universität zu Lübeck. Die Wahl zwischen Brot oder Rührei entscheidet direkt, wie sensibel wir im Alltag reagieren.

„Ist das fair?“ Wie wir diese Frage beantworten, scheint auch davon abzuhängen, was morgens auf unserem Frühstücksbrett liegt. Ist die erste Mahlzeit zum Beispiel ein Brötchen mit Marmelade, also kohlenhydratreich, reagieren wir ablehnender gegenüber Ungerechtigkeiten. Starten wir dagegen proteinreich in den Tag, also mit Rührei oder einem Eiweiß-Shake, sind wir nachweislich weniger feinfühlig und nehmen es mit der Fairness nicht so genau.

Nach Eiern eiern wir in Punkto Gerechtigkeit herum

Das ist das spannende Ergebnis einer aktuellen Studie mit 87 Probanden. Ein Teil der Gruppe aß verstärkt Kohlenhydrate, die anderen Teilnehmer überwiegend Eiweiß wie es in der Low-Carb-Ernährung üblich ist. Anschließend unterzogen sich alle einem Online-Spiel, dem so genannten Ultimatum Game. Dabei geht es um das Angebot eines virtuellen Gegenübers, eine Geldsumme untereinander aufzuteilen – und zwar zu unterschiedlichen Teilen. Lehnt die Testperson die Offerte als unfair ab, erhält keiner der beiden etwas. In dem Test konnte das Forscher-Team um Professor Dr. Sebastian M. Schmid, Leiter Endokrinologie, Diabetologie, Internistische Adipositasmedizin an der Universität Lübeck, eine eindeutige Verknüpfung nachweisen: „Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass es einen Zusammenhang zwischen der Makronährstoffkompositiondes Frühstücks und der Reaktion der Probanden auf unfaire Angebote gab“, so Schmid. Je höher der Anteil an Kohlenhydraten im zurückliegenden Frühstück war, desto sensibler reagierten die Probanden auf „unfaire Angebote“.

Je mehr Kohlenhydrate, desto wichtiger ist die Fairness

Die Wissenschaftler führen dies auf den Einfluss von Makronährstoffen (Kohlenhydrate, Fette und Proteine) auf unseren Aminosäure-Haushalt zurück. Dieser wiederum bestimmt, welche Botenstoffe im Gehirn zu Verfügung stehen. Neurotransmitter wie etwa Dopamin wirken sich dabei nicht nur auf unsere Stimmung, sondern offenbar auch auf unser Verhalten aus – je nachdem, wie hoch die Konzentration ist. Per Bluttest konnte nachgewiesen werden: Ein hoher Kohlenhydratanteil und entsprechend niedriger Proteinanteil, führt zu einem niedrigen Tyrosinspiegel bei den Probanden. In der Folge waren die Teilnehmer signifikant weniger bereit, Ungerechtigkeiten hinzunehmen und lehnten unfaire Angebote deutlich öfter ab.

Einseitige Diäten verändern nicht nur unseren Körper, sondern auch unsere Einstellung

Die Forscher wollen durch die Studie darauf aufmerksam machen, dass einseitige Ernährungsmodelle, wie die Low-Carb-Ernährung, nicht nur über unser Sättigungsgefühl und unsere Laune entscheiden, sondern auch Einfluss auf unser Sozialleben haben. „Wenn wir ableiten können, dass ein extrem unausgewogenes Verhältnis von Kohlenhydraten zu Proteinen in einer Mahlzeit direkt das Verhalten beeinflusst, dann sollte dem Thema ‚Ausgewogenheit der Nahrungszusammensetzung‘ mehr Gewicht beigemessen werden“.

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